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Anamorphotischer Vorsatz für 
ein Projektions-Grundobjektiv

EP 0 528 338 B1

 

Fig. 1: Erfindungsmäßiger anamorphotischer Vorsatz für ein Projektions-Grundobjektiv im horizontalen Längsschnitt in 
Draufsicht

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Beschreibung

Die Erfindung betrifft einen anamorphotischen Vorsatz für ein Projektions-Grundobjektiv nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Anamorphotische Vorsätze für Projektions-Grund-objektive bestehend aus vier oder mehr Zylinderlinsen in zwei oder mehr Gliedern mit einem in der Regel zweifachen anamorphotischen Faktor sind bekannt. Es ist weiterhin bekannt, daß eines der Glieder die vordere, zum Zwecke der Fokussierung axial bewegbare optische Wirkungsgruppe ist, während ein anderes der Glieder die hintere, ortsfeste Wirkungsgruppe ist. Die Linsen nutzen optisch in der Horizontalen kleinere Dimensionen als in der Vertikalen.

Bekannte anamorphotische Vorsätze zur Wiedergabe von anamorphotisch aufgenommenen Filmen, z. B. 35 mm - Cinema-Scope-Filmen, bauen verhältnismäßig aufwendig und weisen auch verhältnismäßig große Außenabmessungen auf. Die Außendurchmesser der Grundobjektive und die Außendurchmesser der anamorphotischen Vorsätze im Bereich ihres Anschlusses an das Grundobjektiv sind meist fest vorgegeben; für Kinoprojektoren sind die Durchmesser sogar genormt. Die bekannten anamorphotischen Vorsätze erweitern sich daher von ihrem hinteren zylindrischen Aufbau zur Frontseite des Vorsatzes hin um weitere zylindrische Bereiche. Das macht sie für den Projektorenbauer ebenso wie für den Anwender, die Bedienungsperson des Projektionsgeräts, unhandlich. Es sind andererseits aber auch anamorphotische Vorsätze in handlicherer Ausführung bekannt, deren äußere Abmessungen kleiner sind und bei denen deren optisches System als im wesentlichen in einem zylindrischen Körper untergebracht erscheint vgl. z.B. DE-A-36 29 438. Derartige Vorsätze kleinerer Abmessungen konnten wegen der beschränkten räumlichen Möglichkeiten zur Unterbringung des Verstellmechanismus' aber nicht die gleichen optischen Eigenschaften aufweisen wie jene Vorsätze größerer Abmessungen.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen anamorphotischen Vorsatz für ein Projektions-Grundobjektiv zu schaffen, mit dem bei vorgegebenen unveränderten kleinen Außenabmessungen eine deutlich höhere Abbildungsleistung erzielt wird und bei dem die Mittel zur Erzielung der höheren Abbildungsleistung in den Vorsatz integriert sind.

Erfindungsgemäß wird dies erreicht durch die Merkmale des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen des Erfindungsgedankens ergeben sich aus den Unteransprüchen.Durch die Verlegung der Mittel zur Verschiebung der inneren zylindrischen Fassung in der äußeren zylindrischen Fassung in einen seitlichen, insbesondere in einen der äußersten seitlichen Bereiche der inneren zylindrischen Fassung in der Horizontalen und durch deren Anordnung in dem vorbezeichneten Bereich in axialer Erstreckung darin benötigen die Mittel einerseits einen geringen Raum quer zur optischen Achse des Vorsatzes, während andererseits der dort in Achsrichtung zur Verfügung stehende Raum nahezu über die gesamte Länge des Vorsatzes genutzt werden kann. Dabei wird erfindungsgemäß zugleich der Umstand genutzt, daß die Linsen eines anamorphotischen Vorsatzes nicht kreisrund sein müssen, sondern daß ihr Durchmesser in der Horizontalen geringer sein kann als in der Vertikalen. Dies ermöglicht andererseits den Einbau von Linsen mit größerem Durchmesser in der Vertikalen; denn durch die Verlegung der Mittel zur Verschiebung der inneren zylindrischen Fassung in der äußeren zylindrischen Fassung in den oben bezeichneten

 äußersten seitlichen Bereich in der Horizontalen kann die innere zylindrische Fassung in ihren übrigen Bereichen frei von Verstellmitteln (wie Zylinderringen, die über Schneckengewinde die innere Fassung verstellen) gehalten werden. 

Durch die so ermöglichte Vergrößerung des Linsendurchmessers in der Vertikalen wird eine deutliche Verringerung der Komafehler und damit eine Verbesserung der Abbildungsleistung insbesondere in den Bildecken erreicht, so daß mit dem erfindungsgemäßen anamorphotischen Vorsatz Abbildungsleistungen erzielt werden, die bisher nur mit anamorphotischen Vorsätzen aufwendigerer Bauweise bzw. größerer Dimensionen erzielt werden konnten.

Die Mittel zur Verschiebung der inneren Fassung in der äußeren Fassung sind vorteilhaft ein Zug-Schub-Trieb, insbesondere ein Schraubtrieb, wobei in einer praxisnahen Ausführungsform einer Verschiebung mittels einer aus Schraube und Mutter bestehenden Anordnung der Vorzug zu geben sein wird. Dabei können deren Außen- bzw. Innengewinde schwergängig ausgebildet sein, damit die innere Fassung ihre einmal gewählte Fokussierposition in der äußeren Fassung während des gesamten Projektionsvorgangs und auch während folgender Projektionsvorgänge beibehält.

Vorteilhaft kann aber auch eine gesonderte Arretiervorrichtung zur Arretierung der gewählten Fokussierposition der inneren Fassung gegen die äußere Fassung vorgesehen sein, wobei zweckmäßig wiederum eine aus einer Schraube und einer Mutter bestehende Anordnung gewählt wird, wobei die Mutter zugleich derart ausgebildet ist, daß sie eine kraftschlüssige Verbindung zwischen innerer Fassung und äußerer Fassung herbeiführt.

Vorteilhaft platzsparend und vorhandenen Raum ausnutzend sind weiterhin die Mittel zur Verschiebung der inneren Fassung in der äußeren Fassung und die Arretiervorrichtung einander diametral gegenüberliegend jeweils in einem der oben bezeichneten äußersten seitlichen Bereiche der inneren und gegebenfalls der äußeren Fassung in der Horizontalen angeordnet, wo sie leicht zugänglich von der Frontseite des Vorsatzes bedienbar sind.

Die Einstellung des Vorsatzes auf die gewünschte Fokussierposition wird erleichtert durch eine an der äußeren Fassung vorgesehene Entfernungsskala.

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