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  Auslegung und Inbetriebnahme servohydraulischer Anlagen

 

Aggregat und Verrohrung Hydraulikflüssigkeit Filterung Servoventilanbau
Antrieb - Istwertgeber Inbetriebnahme

 

Aggregat und Verrohrung

Werkstoff des Tanks

-

rostfreier Stahl oder beständige Kunststoffbeschichtung.
 
Tankgröße - >4x max. Pumpenförderstrom 1/min.
 
Umlenkbleche im Tank - ermöglichen das Auflösen der Luft, verhindert Kaviation der Pumpe, gezielte Schmutzablagerung.

 
Saughöhe der Pumpe - so niedrig wie möglich halten, Daten der Pumpe beachten, besser Pumpe unter Tankniveau anordnen oder mit Füllpumpe die Hauptpumpe speisen.
 
Tankbelüftung - nur mit Belüftungsfiltser, Feinheit < 5 μm oder geschlossenen Tank mit Luftblase bei sehr stark verschmutzter Atmosphäre.
 
Kühlung - Heizung - Dauerbetriebstemperatur < 60°C halten, um Alterung des Öls zu vermeiden. Hierzu muß u. U. eine Kühlung vorgesehen werden. Zur Vermeidung von Kaltstartproblemen und hohem Differenzdruck am Filter kann eine Ölvorwärmung erforderlich werden.
 
Rohrleitungen - müssen gut entgratet und gebeizt sein (evtl. rostfrei).
 
Schlauchleitungen - müssen hochbeständig und abriebfest sein, (Teflon-armiert).
 
Dimensionierung P-Leitung - max. Strömungsgeschwindigkeit < 10 m/s.
 
Dimensionierung T-Leitung - max. Strömungsgeschwindigkeit < 5 m/s.
 
Speicher - bei dyn. Betrieb grundsätzlich einen Speicher in P + T anwenden. Speichereinbau hinter dem HD-Filter, Rückschlagventil zwischen Speicher und Filter verhindert Rückspülung des Filters.
 
Großanlagen - bei großen Hydraulikanlagen sollte grundsätzlich ein separaters Aggregat zur Versorgung der Servokreise installiert werden.
 
Hydraulikflüssigkeit Ölempfehlung
Mineralöle - Hydraulikflüssigkeiten auf Mineralölbasis nach DIN 51519 sind grundsätzlich zu empfehlen.
Viskosität - 20-50 cSt bei 50°C sind zu bevorzugen, Durchfluß und Dynamik der Servoventile sind geringfügig von der Viskosität abhängig. Grundsätzlich können Servokreise mit diesen Flüssigkeiten betrieben werden.
Schwerentflammbare Flüssigkeiten - bei Verwendung von schwerentflammbaren Flüssigkeiten, HFA, HFC, HFD, Walzöle und Bremsflüssigkeit sind unbedingt die Herstellerangaben bzgl. Dichtungswerkstoffe, Filterung sowie Pflege und Kontrolle der Flüssigkeit zu beachten.
Filterung Notwendigkeit der Filterung
Hochdruckfilter (HD) - im Zulauf möglichst vor dem Servoventil platzieren.
Rücklauffilterung - wird empfohlen, Filterfeinheit wie HD-Filter
Nebenstromfilterung - beste Methode für eine aktive und permanente Filterung, wird bei größeren Anlagen mit > 1000 ltr. und/oder in Verbindung mit Kühlkreislauf empfohlen.
Bypaßventil - darf nicht vorhanden sein.
Verschmutzungsanzeige - sollte elektrisch ein akustisches oder optisches Signal auslösen.
Filterfabrikat - Pall und Purolator (Mahle) werden empfohlen.
Filterfeinheit
 
- NAS 1638 Klasse 4...6 oder SAE 1 für garantierte Betriebsdaten. Für höchste Ansprüche bezgl. Ansprechverhalten und Standzeit NAS 1638 Klasse 2...4 oder SAE 0.

Ölreinheitsklassen

Servoventilanbau
Ventilanschlußfläche - Ebenheit < 0,01 mm, Rauhigkeit <Rz 6.
Leitungslänge zum Antrieb - möglichst kurz - hohe Eigenfrequenz.
Leckölleitung - separat zum Tank verlegen, Pmax. < 1 bar stat.
Tankleitung - möglichst Servoventil-Tankleitung separat verlegen.
Anschlußkabel - möglichst abgeschirmt verlegen.
Antrieb-Istwertgeber
Reibung - nur reibungsarme Zylinder und Motoren anwenden. Die Reibung in den Führungen muß klein gehalten werden.
Massen - Massen am Antrieb so klein wie möglich halten, hohe Eigenfrequenz führt zu hoher statischer und dynamischer Regelgüte.
Befestigung Istwertgeber - möglichst starre Kopplung, Lose unbedingt vermeiden.
Befestigung des Antriebs - steif ausführen.
Inbetriebnahme
Füllen des Tanks - Neuöl nur über eine Filterstation und über das Rücklauffilter einfüllen.
Spülen der Anlage - Spulplatten, Wegeventile oder besonders gekennzeichnete Servoventile montieren. Es wird empfohlen, über HD-Filter und Spülfiltereinsätze und Rücklauffilter zu spülen, um Schmutz-Rückfluß zum Tank und Schmutzablagerungen im Tank oder wiederholtem Ansaugen von Schmutz zu vermeiden. Dazu sind Filter mit Verschmutzungsanzeige zu verwenden. Empfohlener Druck zum Spülen 50...250 bar, Filterfeinheit μm 10 NAS 1638 Klasse 4...6, evtl. in Stufen bei größerem Ölvolumen z. B. zunächst 25 μm, 10 μm etc. Nach dem Spülen sind die Filterelemente zu wechseln. Danach können die Servoventile montiert werden und die Inbetriebnahme beginnen.
Spüldauer - Empfehlung: Spüldauer nach der Formel

t[min] = V + (V x 50)/ Q

V = Tank-Volumen [ltr], Q = Fördermene der Pumpe [l/min]

Bei besonders hochwertigen Anlagen, z. B. bei Walzenanstellungen und bei Prüfmaschinen muß bis zu mehreren Tagen gespült werden, da mit gröberen Filtern vorgefiltert werden muß.
Entlüften - Der Antrieb ist an den vorgesehenen Stellen oder durch entsprechenden Betrieb zu entlüften.
Einstellung der Regelung - Die Regelung sollte erst nach Erreichen einer Betriebstemperatur von 40 bis 50°C eingestellt werden.
Dither Empfehlung - Es ist zu empfehlen, auf jeden Fall während der ersten Stunden der Inbetriebnahme einen Dither zu überlagern. Die Amplitude kann dabei höher eingestellt werden, als später für den Betrieb erforderlich ist. Das erhöht die Zuverlässigkeit gegen Ausfall bei evtl. auftretenden Schmutzartikel im Öl.
Der Dither führt zu keiner meßbaren Lebensdauerverkürzung des Servoventils.

 


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