
Christopher Nisperos "Making of" Fotos:
Florian Kleinefenn
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... Fortsetzung
DIE
AUFNAHME FÜR DAS LUX-MAGAZIN

OBJEKTIV
Eine Dreiviertel-Aufnahme im Format 8x10
schien mir die passende Größe für das Titel-
blatt zu sein, daher wählte ich das
Schneider-Kreuznach
Apo-Symmar 8,4/480mm L.
Dieses Objektiv ist berühmt für seine gestochen scharfe Wiedergabe ohne
Überbetonung der Kontraste. Ich konnte darauf vertrauen, dass mir
dieses Objektiv genaue Details in den dunkleren Bildpartien liefern
(wie etwa die Highlights auf dem schwarzen Pullover des Modells),
gleichzeitig aber auch die wichtige Textur der hellen Gesichtspartien
bewahren würde.
REQUISITEN

Meine Wahl fiel auf eine Perlen-
kette als Requisite, denn diese gab mir die Möglichkeit, das Porträt
etwas softer zu halten und gleich-
zeitig die Scharfzeichnung des Schneider-Objektivs heraus-
zukitzeln. Ich bat das Modell, das eine Ende der Perlenkette um ihren
Finger zu schlingen und die Kette parallel zur Objektivebene aufzu-
spannen. Außerdem sollte die Kette in der Ebene ihrer Augen bleiben
(für das Modell keine ganz leichte Aufgabe bei einer Aufnahme mit zwei
Sekunden Belichtungszeit!).
BELEUCHTUNG
Die
Beleuchtung für diese Art von Porträt ist direkt der Beleuchtung beim
Filmemachen entlehnt. Die Effekte der verschiedenen Licht-
quellen lassen sich nur aus der Kameraposition beurteilen
und müssen normalerweise zenti-
metergenau eingestellt werden. Dies bedeutet für mich, der meistens
ohne Assistenten arbeitet, ständiges Hin- und Herlaufen zwischen
Lichtquelle und Kamera, verbunden mit Klettern, Kriechen, auf Zehen-
spitzenstehen, um die Einstellungen vorzu-
nehmen, zu korrigieren und immer wieder das Licht zu überprüfen. Im
Studio geht es daher nicht ohne Jeans, Kniepolster und lederne Schutz-
handschuhe als Standardbekleidung. Die Belichtungsmessung erfolgt in
dieser Phase nicht im Hinblick auf die eigentliche Belichtung, sondern
um das richtige Beleuchtungsverhältnis festzulegen.
Ich verwende Dedo-Scheinwerfer als Führungslicht und
für das Haar, den Hintergrund und als Hinterlicht, sowie eine
Tungsten-Halogenlampe mit Diffusor zum Aufhellen. Dedolight-Strahler in
Kombination mit einem Schneider-Objektiv erleichtern die rein
technische Aufgabe (schützen aber nicht vor künstlerischen
Fehlgriffen!).
Wegen des eher rundlichen Gesichts
meines Modells entschied ich mich für eine "schmale" Beleuchtung. Die
näher zur Kamera befindliche Gesichtshälfte ist etwas abgeschattet, und
das hat einer schmälernde Wirkung. Die Platzierung des Hauptlichts lässt sich an einem
kleinen Lichtreflex in den Augen erkennen, und insbe-
sondere an dem Licht-
dreieck auf der kamera-
nahen Wange des Modells.
Die
dezent gemusterte High-Key-Struktur der weißen Wand entstand dadurch,
dass sie mit einem 650-Watt Dedo Scheinwerfer durch eine LightBreak
Cucoloris (Lichtschlucker mit Löchern) angestrahlt wurde; als
Hinterlicht für die hintere Wange des Modells verwendete ich ein
100-Watt Dedolight – dies bewirkt ein Verlaufen oder "Ausfressen" der
Wange und somit eine weitere optische Schmälerung.
SCRIMS
Scrims (Verläufer) sind für eine Lichtführung wie im vorliegenden Fall unverzichtbar, insbe-
sondere für das Schattieren blonder Modelle oder kahl-
köpfiger Männer. Hier verwende ich ein Avenger Scrim, um das auf die
Stirn fallende Licht der jungen Frau zu dämpfen, damit ihre großen
Augen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit bleiben.
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