B+W Polarisationsfilter

... beseitigen störende Lichtreflexe, erhöhen gleichzeitig die Farbsättigung und verstärkten zudem den Kontrast. Die Wirkung des Polarisationsfilters, kurz Polfilter,  beruht auf seiner Eigenschaft, nur für bestimmte Schwingungsrichtungen durchlässig zu sein, andere Schwingungsrichtungen des Lichtes aber zu absorbieren. In der Natur- und Landschaftsfotografie verhilft ein Polfilter zu tiefem Himmelsblau, strahlend weißen Wolken und lebendigen Farben bei Pflanzen. Ideal ist er auch bei reflektierenden Wasserflächen. Die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten gelten bei Schwarzweiß- genau wie bei Farbaufnahmen, ebenso in der digitalen Fotografie. 

Das Arbeiten mit Polfiltern wird aber erst richtig ergiebig, wenn man mit zusätzlichen Filtern arbeitet. Ein leichtes Konversionsfilter blau (KB 1,5) ist zusammen mit einem Polfilter in der Lage, Wolkenbildungen hell und sonnig zu gestalten, dem ganzen Bild einen heiteren Charakter zu geben. Im Gegensatz dazu erzeugt ein schwaches Konversionsfilter rot (KR 1,5) eine dramatische, gewitterhafte Stimmung des Farbbildes. Der B+W Redhancer verstärkt Motivfarben in Orange, Rot und Braun. Er ist damit z.B. das ideale Filter für die Landschaftsfotografie in herbstlicher Natur.

Eine besondere Wirkung erzielt das Polfilter, wenn das Aufnahmelicht teilweise aus schon polarisiertem (in einer Vorzugsrichtung schwingendem) Licht besteht. Polarisiert ist das Reflexlicht von blanken Oberflächen transparenter Stoffe, wie Glas oder Wasser, aber auch Lackschichten und Oberflächen von Kunststoffen. Die älteste, allgemein bekannte Anwendung von Polfiltern ist die Reflexlöschung auf Glas. Allerdings ist der Grad der Löschung vom Aufnahmewinkel der Kamera zur Glasoberfläche abhängig.

Bild 1. Foto ohne Polfilter ... Bild 2. ... mit Polfilter aufgenommen

Ein besonderes Phänomen ist die Himmelslichtpolarisation. Der Polarisationsgrad ist vom Winkel zur Sonne abhängig. Steht die Sonne im Zenit, so ist der Himmel über dem Horizont stark polarisiert. Bei schrägstehender Sonne hat man die stärkste Wirkung des Polfilters zu erwarten, wenn das Licht seitlich einfällt. Sehr stark abhängig ist der Grad der Himmelslichtpolarisation von dem Zustand der Atmosphäre. Den höchsten Wert erreicht sie in sehr reiner Luft, also in Gebieten fern von Städten und Industrie. 

Nachteilig wirkt sich auf die Himmelslichtpolarisation Dunst und Trübung der Atmosphäre aus. Wenn die Sonne hinter einem ganz fahlblauen bis weißen Himmel steht, ist die Polarisationswirkung bereits sehr schwach. Ist der Himmel gelblichweiß, so ist die Himmelspolarisation erloschen. In diesem Fall ist die Anwendung eines Polfilters zur Sättigung der Himmelsfarbe nicht möglich.

Beim Himmelslicht kann, verwendet man ein Weitwinkelobjektiv, gelegentlich der Himmel unterschiedlich hell werden, er zeigt dann Ansteigen und Abfallen des Polarisationsgrades im Winkel zur Sonne. Möchte man ein Polfilter benutzen, um die Reflexe auf Wasserflächen zu beseitigen, sollte man bedenken, daß auch hier die Wirkung der Reflexbeseitigung vom Aufnahmewinkel abhängt. Bei bewegter See oder sprudelndem Gebirgswasser mit ständig wechselnden Aufnahmewinkeln ist keine erfolgreiche Anwendung möglich. Bei stillen Gewässern ist der Einsatz des Polfilters aber durchaus sinnvoll, nicht nur, um vielleicht Gegenstände unter Wasser aufzunehmen, sondern auch, um Spiegelbilder zu verstärken oder zu schwächen,  je nach Stellung des Filters. 

Metallflächen polarisieren Licht nur ganz schwach, eine bemerkenswerte Löschung von Spiegelungen ist dementsprechend nicht zu erreichen. Kunststoffe zeigen oft regenbogenfarbige, bizarr geformte Streifen und Farbgebilde. Ursache ist die innere Spannung dieser Kunststoffe, die durch Druck noch verstärkt werden kann. 

B+W Polfilter werden in verschiedenen Versionen und Abmessungen sowohl als Linear-, wie auch als Zirkular-Polfilter hergestellt. 

Grundsätzlich bestehen beide aus einer linear polarisierenden Folie. Beim Zirkular-Polfilter ist zusätzlich eine Verzögerungsfolie nachgeschaltet, die das linear polarisierte Licht in eine Rotation versetzt und dadurch Fehlmessungen bei optischen Meßsystemen moderner Kameras unterbindet, daher: 

Für Kameras mit Innenmeßeinrichtungen für Belichtungsmesser (TTL) und/oder Autofokus sind nur zirkulare Polfilter geeignet! Gleiches gilt für Digitalkameras und Camcorder mit ähnlicher Technologie. 

Durch ein verdrehen vor dem Objektiv kann das Polfilter verschiedene Schwingungsebenen des Lichtes völlig sperren oder immerhin sichtbar reduzieren. Die optimale Stellung läßt sich im Sucher einer Spiegelreflexkamera oder auf dem Monitor der Digitalkamera erkennen.

... SeitenanfangPhysikalischer Hintergrund

Licht - vorstellbar als sich wellenförmig, geradlinig fortbewegende Lichtteilchen (Photonen) - schwingt in den meisten Fällen vollkommen regellos. Aus diesem unpolarisierten Licht kann man mittels eines Polarisators (Polfilter) eine Vorzugsrichtung ausblenden. Das Licht schwingt dann nur noch in einer Ebene, wie es Bild 4 verdeutlicht.

Bild 3. Polfilteraufbau:
Polarisationsfolie wird zwischen zwei Filtergläsern verkittet.
Bild 4. Wirkungsweise:
Licht nur einer Schwingungsebene
wird durchgelassen.

Ein Polfilter läßt sich als eine Vorrichtung mit vielen eng beieinanderstehenden Gitterstäben auffassen, und die Polarisationsschicht wirkt tatsächlich nur, wenn durch einseitiges Strecken oder Ziehen die Moleküle des Kunststoffs ( z.B. PVA, Polyvinylalkohol ) oder Kristalle in eine einheitliche Richtungslage gebracht wurden. Steht das Gitter senkrecht, können auch nur die senkrecht schwingenden Partikel passieren, die waagerecht schwingenden werden wegen ihrer in dieser Richtung zu großen Ausdehnung zurückgehalten. Es können also immer nur die in der jeweils günstigen Lage fliegenden Photonen passieren. 

Ein Polfilter unterscheidet sich von einem Farbfilter folglich dadurch, daß es statt Lichtwellenlängen (Lichtfarben) Lichtschwingungsrichtungen absorbiert.

 
Bild 5. 
Zirkular-Polarisationsfilter in 5mm superflacher SLIM-Schraubfassung vom Typ Käsemann.


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